Die TVET Summer School zeigt:

Die duale Berufsausbildung in Deutschland ist eine Synergie eines gut abgestimmten Motors, bei dem jedes Einzelteil seinen endgültigen Zweck erfüllt.

Die technische Berufsausbildung (BBT) ist in Deutschland seit Jahrzehnten gängige Praxis, hat aber auch für viele andere Länder ein hohes Potenzial.

 

Vom 9. bis 13. September 2019 nahmen 16 Experten aus 12 Ländern an der ersten TVET Summer School - dem Weiterbildungsprogramm für internationale TVET-Spezialisten - in Hamburg teil.

Ziel der Summer School war es, einen umfassenden Einblick in das deutsche duale Ausbildungssystem zu vermitteln. Das Programm brachte Teilnehmer aus vier Kontinenten zusammen – darunter Ministerialbeamte, Industriespezialisten, Berufsbildungsforscher und Bildungsmanager.

Das Programm bestand aus Expertentreffen und Standortbesuchen bei Berufsbildungsbehörden, Institutionen und Lernorten, die für die Entwicklung und Umsetzung der beruflichen Bildung in Hamburg zuständig sind.

Höhepunkte des Programms waren Seminare im HIBB, in der Handelskammer, in der Berufsschule der Hightech-Industrien (BS19), im Kompetenzzentrum für Elektromobilität, in der Hamburger Hafen- und Transportlogistikunternehmung (HHLA), in der Hamburger Lehrerbildungsanstalt und im Hamburger Institut für Qualitätsüberwachung und -bewertung in der Bildung, die allesamt verschiedene Rollen und Verantwortlichkeiten von Hauptakteuren bei der Umsetzung der dualen Berufsausbildung entfalten.

Um den spezifischen Wünschen der Teilnehmer gerecht zu werden, wurde das Programm um einen zusätzlichen Besuch bei DEULA – einem Bildungszentrum für die Weiterbildung im Agrarsektor – erweitert.

Insgesamt ermöglichte die Summer School den Teilnehmern, sich vertiefte Kenntnisse über den konzeptionellen Hintergrund, die rechtlichen Rahmenbedingungen, den didaktischen Ansatz, die Finanzmechanismen, die Lernorte, die Lehrerausbildung und das Qualitätsmanagement anzueignen.

"Es war wirklich beeindruckend, was wir alles gelernt haben", schließt Claude Bizimana vom Ministerium für Landwirtschaft und Tierressourcen in Ruanda. "Ich hatte schon früher von einigen wesentlichen Merkmalen der dualen Berufsausbildung erfahren. Aber erst durch dieses Programm wurde mir klar, wie viele Partner beteiligt sind und wie entscheidend und voneinander abhängig die Rolle jedes einzelnen von ihnen ist. Es ist ein gut eingestellter Motor, bei dem jedes Einzelteil seinen endgültigen Zweck erfüllt."

Irayda Ruiz, Teamleiterin im Projekt PROEDUC V in Guatemala, fasst die Woche zusammen und merkt an: "Was ich aus diesem Kurs mitnehme – es gibt viele besondere Elemente der dualen Ausbildung, die in mein Land gebracht werden können. Ich nehme viel Begeisterung mit nach Hause und teile alles, was ich gelernt habe, mit meinen Kollegen."

Am Ende der TVET Summer School-Woche in Hamburg waren sich die Organisatoren und teilnehmenden Experten sicher: Dieses Weiterbildungsprogramm war ein Erfolg mit hohem Lernerfolg.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bringen nicht nur ihre nach erfolgreichem Abschluss des Programms verliehenen Zertifikate mit, sondern auch ein Netzwerk neuer internationaler Kollegen, spannende Erinnerungen an Hamburg und das, was besonders zählt - Erfahrungen mit einer klaren Vision über die Anwendbarkeit einiger potenzialträchtiger Elemente der dualen Berufsausbildung in ihren Heimatländern.

Der nächste Schritt ist die Umsetzung der hohen Motivation und Begeisterung aller Experten in einen kontinuierlichen Lernprozess und eine Umsetzungsagenda durch weitere Zusammenarbeit und professionelles Wachstum in der Zukunft.